Freitag, 9. Februar 2007, 18:49 Uhr > Noll >
Ein hervorragendes Album, keine Frage, aber nicht perfekt, etwas stimmt nicht, dachte ich, ohne angeben zu können, was nicht stimmt. Wollte es zu viel, war es zu groß, zu kunstvoll arrangiert? Mit „The house is haunted by the echo of your last goodbye“ eröffnet es, man glaubt, den Blues einer Bigband zu hören, doch sind es nur neun Musiker und die großartige Holly Cole, die so sinnlich-souverän singt wie nie zuvor. Auch in kleiner Besetzung, bei der erfrischend ironischen Eigenkomposition „Larger than life“ überzeugt Cole. Vielleicht ist das der Grund meiner Verwirrung? Das Album ist größer als das Leben? Fabelhaft auch, im Duett, Irving Berlins „Be careful, it’s my heart“, dem folgt Cole Porters „It’s alright with me“ – fulminant orchestriert, komplex arrangiert, da gibt’s ein swingendes Akkordeon, irisierende Klangkluster, exquisite Bläsersätze und ein balladeskes Posaunensolo, von Dixie bis modernen Bigbandjazz ist alles enthalten. Eine grandiose Leistung des Produzenten, Bassisten und Arrangeurs Greg Cohen. Inzwischen habe ich das Album zigmal gehört, und ob da etwas nicht stimmt, ist mir mittlerweile egal. Es ist gut und schön. Basta. Das ist wie bei der Liebe. Die ist auch manchmal da, und dann kann man nix anderes machen, als das zu akzeptieren. Dann sollte man das einfach genießen.